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HTBLA Imst

Stärker mit Holz
Eine falsche Lagerung, ein kleiner Sturz, einmal falsch versorgt und schon ist ein Riss im inneren des Carbons. Von außen nicht zu sehen, aber das Rad ist Schrott. Um dieses Versagen zu verhindern, laminieren Hersteller weit mehr Carbonlagen als nötig. Das macht den Rahmen schwerer und gleichzeitig spröder. Gemeinsam mit ihrem Betreuer DI Mathias Gritsch drehten Vincenz und Adrian die Logik um: Wenn Holz als Trägermaterial das Einknicken verhindert, kann Carbon gezielt dort eingesetzt werden, wo es mechanisch gebraucht wird. Und weil die Holzschale gleichzeitig Form und äußere Hülle ist, fällt die teure Negativform weg, die bei klassischen Carbonrahmen nach jeder Designänderung neu gebaut und danach weggeworfen wird.
Die Idee war schnell formuliert, der Weg dorthin langwierig. Vincenz und Adrian schnitten bestehende Carbonrahmen auf, um deren Wandaufbau zu analysieren, und bauten eigene Testmaschinen für Schlag-, Torsions- und Biegeversuche. Dabei teilten sie die Verantwortlichkeiten auf: Vincenz koordiniert Projektmanagement, Partnerkontakte und Rahmengeometrie; Adrian treibt die technische Umsetzung des Verbundaufbaus und die Laminatverfahren voran.
Die bisherigen Ergebnisse sind eindeutig: Schon mit einer Holzwandstärke von 2 mm verdoppelt sich die Schlagfestigkeit. In Torsions-, Biege- und Drucktests erreichen die Prototypen das Niveau reiner Carbonteile, bei deutlich geringerem Materialeinsatz. Ahorn setzte sich als Holzart durch, weil es feinporig ist und eine starke Verbindung zur Kohlefasermatrix eingeht. Für die Laminierung entwickelten die beiden einen selbstgebauten Überdruckschlauch, der bis zu 3 Bar erreicht, dreimal mehr als die ursprünglich geplante Vakuummethode.
Aus ihrer Werkstatt in Imst heraus planen Vincenz und Adrian, woodberg.vbg als Unternehmen weiterzuführen. Das Prinzip funktioniert überall, wo Carbon an seine Grenzen stößt: Fahrradrahmen heute, Leichtbaukomponenten morgen.
HTBLA Imst | Vincenz Sonderegger, Adrian Müller | Betreuung: DI Mathias Gritsch