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PetConnect

HTL Innsbruck

PetConnect
Wer ein Haustier verliert, klebt meist in Panik Zettel an Laternenpfähle und hofft auf aufmerksame Nachbarschaft. Jonas Zeindl und sein Team von der HTL Innsbruck verlagern diese Suche nun in ein intelligentes Datennetz.

Wenn das Suchplakat ausgedient hat

Allein in Österreich leben rund 2,9 Millionen Hunde und Katzen. Kehrt eines davon nach dem Freigang nicht zurück, beginnt für die Besitzer:innen eine nervenaufreibende Zeit. Der klassische Mikrochip hilft oft erst, wenn jemand das Tier einfängt und in eine Tierarztpraxis bringt. Dazwischen klafft eine Lücke, in der nur der Zufall regiert.

Wie frustrierend diese Leerstelle ist, erlebte Jonas Zeindl, als die Katze eines Freundes spurlos verschwand. Gemeinsam mit seinen acht Mitschülern entwarf er zunächst einen metallenen QR-Code-Anhänger. Doch die Plakette am Halsband klapperte und störte das Tier. Während einer Entrepreneurship-Woche warf das von Monika Reiterer betreute Team das Hardware-Konzept über Bord und programmierte stattdessen eine Softwarelösung, die das Aussehen der Tiere zum Erkennungsmerkmal macht.

Die Plattform funktioniert unkompliziert: Wer ein Tier findet, macht ein Foto und lädt es hoch. Ein KI-Modell analysiert biometrische Merkmale wie Fellmuster oder Gesichtsstrukturen und wandelt diese in einen digitalen Fingerabdruck um. Unter guten Bedingungen liegt die Trefferquote bei 90 Prozent. Da jedoch ein verwaschenes Foto einer schwarzen Katze in der Dämmerung schnell an seine Grenzen stößt, ergänzten die Schüler die Bilderkennung um präzise Geodaten. Die Software gleicht den Fundort in Millisekunden mit dem bekannten Lebensraum ab und listet die wahrscheinlichsten Treffer auf.

Um die Server-Infrastruktur zu finanzieren, setzt das Team auf ein präventives Abo-Modell für einen Euro im Monat oder eine einmalige Notfallgebühr. Ein detaillierter Businessplan rechnet vor, dass das System bereits im zweiten Jahr kostendeckend arbeitet. Die ersten Kooperationen mit Tiroler Tierheimen sind in Vorbereitung, um die Datenbank schnell mit Leben zu füllen. Je mehr Menschen das Netzwerk nutzen, desto seltener müssen verzweifelte Besitzer:innen im Regen stehen und Zettel an Laternen kleben.

 

HTL Innsbruck, Anichstraße  | Benjamin Kirchner, Fabian Klingenschmid, Florian Niederwieser, Fritz Schattel, Jonas Zeindl, Mario Roncov, Mathias Oberladstätter, Paul Sieberer, Simon Viertl  |  Betreuung: Mag. Monika Reiterer