Ökologische Auswirkung des Verkehrs auf Vegetation und Boden
HLUW Yspertal

Was an der Straße wächst und im Boden bleibt
Ursprünglich wollten Max Lehner, Timo Haydter und Fabian Kaltenbrunner herausfinden, ob sich Abgase über die Vegetation bis in unsere Lebensmittel nachweisen lassen. Da dieses Vorhaben den Rahmen einer Diplomarbeit gesprengt hätte, fokussierten sie sich gemeinsam mit DI Maximilian Hocheneder auf eine direktere Fragestellung: Wie wirken sich Straßen auf ihre unmittelbare Umgebung aus? Das Besondere an ihrem Ansatz ist die Verknüpfung von chemischer Bodenanalytik mit klassischen pflanzensoziologischen Methoden.
An neun Standorten rund um das Yspertal, unterteilt in Bundesstraße B36, Güterwege und Feldwege, zogen die Schüler im April 2025 Bodenproben. Im Labor wurden diese mittels Königswasseraufschluss, einem Gemisch aus Salpeter- und Salzsäure, das selbst Gold löst, für die Schwermetallbestimmung aufbereitet und anschließend im Atomabsorptionsspektrometer gemessen. Für die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAKs), eine Gruppe teils krebserregender Verbindungen aus Verbrennungsprozessen, kam die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) zum Einsatz. Parallel dokumentierten sie die Vegetation an jedem Standort nach dem Braun-Blanquet-Verfahren, einem etablierten Schätzsystem für Pflanzengesellschaften.
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: An der Bundesstraße beträgt die Naphthalin-Konzentration 2,8 mg/kg trockener Boden, deutlich erhöht gegenüber Feldwegen. Auch bei den Schwermetallen, insbesondere Barium und Zink, zeigt sich ein Gefälle mit abnehmender Entfernung zum Verkehr. Blei fällt aus dem Muster, hier spielen vermutlich historische Einträge aus der Zeit des verbleiten Benzins eine Rolle. Überraschend positiv fielen die biologischen Tests aus: Trotz der verkehrsnahen Standorte fanden die Schüler keine Pflanzen, die auf Versalzung durch den Winterstreudienst hindeuten. Die Vegetation zeugt stattdessen von gut durchfeuchteten, nährstoffreichen Böden. Die HLUW-Schüler beweisen damit, dass sich ein ganzheitlicher Blick auf die Natur lohnt, denn manchmal verrät schon der Rotklee am Straßenrand, wie es um die Umwelt bestellt ist.
HLUW Yspertal | Max Lehner, Timo Haydter, Fabian Kaltenbrunner | Betreuung: DI Maximilian Hocheneder | Unterstützung: Mag. Anna-Sophie Haider