NATRIX – Roboter für Erkundung und Inspektion
HTL Rennweg

Ein Roboter kriecht, wo Drohnen scheitern
Im Mai 2025 diskutierten Clemens Saurugg und Amritpal Padda über die Rettungseinsätze in der Türkei: Was kann Technik in einem Trümmerfeld beitragen, ohne Menschen zusätzlichem Risiko auszusetzen? Das Team der HTL Rennweg, betreut von DI Markus Gross MA, wuchs auf vier Schüler. Clemens programmiert die Steuerung, Alexander die Elektronik, Dan und Amritpal konstruieren den modularen Schlangenkörper.
Durch Kanalschächte, Trümmerspalten, Rohrdurchgänge, die zu eng für jeden Menschen und jede Drohne sind: NATRIX kriecht, wo andere stehen bleiben. Mehrere Module reihen sich wie Schlangensegmente aneinander; Gelenke zwischen ihnen erlauben Richtungswechsel und das Überwinden von Hindernissen. Rotierende Spiralen erzeugen nach dem Prinzip der archimedischen Schraube gleichmäßigen Vortrieb, auf Kies, Sand oder Schnee, wo Räder durchdrehen würden. Im Kopfmodul sitzen Kamera und Infrarot-LEDs für Nachtsicht. Alle Daten laufen in einer eigens entwickelten Steuerungs-App zusammen: Gelenkwinkel, Motortemperaturen, Live-Kamerabild.
Der Entwicklungsweg verlief iterativ. Das Team testete Stirnzahn-, Planeten- und schließlich Zykloidengetriebe, bevor es ein handelsübliches von Sweep Dynamics aus Australien bezog, das auf kleinstem Bauraum das nötige Drehmoment liefert. Das Modulgewicht sank von ursprünglich erwarteten 1,6 kg auf rund 0,6 kg, erreicht durch den Wechsel auf modifizierte Modellbauservomotoren und eine eigens entwickelte Lagerung mit Kunststoffkugeln. Vier Prototypen wurden gebaut; ein finales Modul erfüllt bereits alle Ziele hinsichtlich Gelenk, Spirale und Elektronik.
Wien Kanal begleitet das Projekt als Kooperationspartner und potenzielle Abnehmergruppe. Wo Drohnen scheitern und Menschen nicht hinkönnen, soll NATRIX den Weg zeigen.
HTL Rennweg, Wien | Clemens Saurugg, Dan Luong, Amritpal Padda, Alexander Janisch | Betreuung: DI Markus Gross MA