Zum Inhalt springen
Kategorie-Icon ENTREPRENEURSHIP

Lumo

HTBLVA Spengergasse

Lumo
Zwischen 60.000 und 100.000 Schüler:innen in Österreich haben Legasthenie. Die meisten verfügbaren Trainings-Apps richten sich an Kinder, laufen nur am PC und fühlen sich an wie digitale Arbeitsblätter. Ab zwölf wird es schwer, Jugendliche zu motivieren, an ihrer Lese-Rechtschreib-Schwäche zu arbeiten. Nicht wegen der Legasthenie, sondern weil die Werkzeuge so schlecht sind. Drei Schüler:innen der HTBLVA Spengergasse wollen das ändern.

Üben, ohne dass es sich wie Üben anfühlt

Den Anstoß gab ein Gespräch um fünf Uhr morgens im Bus. Lars Hornig, der selbst Legasthenie hat, sprach mit einem Freund über seine Erfahrungen: die teure Diagnose, das jahrelange Training, das kaum spürbare Ergebnisse brachte, die Ablehnung vom Gymnasium trotz gleicher Noten. Zurück im Unterricht erzählte er Jennifer Dumitriu und Ayana Akimalieva davon. Betreut von Klassenvorständin Mag. Claudia Martina Gründl, wurde aus dem Gespräch ein Projekt.

Lars programmiert das Backend: einen Algorithmus, der typische Fehlermuster erkennt, etwa das Verwechseln von b und d, und die Übungen dynamisch anpasst. Jennifer entwickelt das Frontend, die App-Oberfläche, die Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren anspricht statt abschreckt. Ayana verantwortet Finanzen und Marketing. Statt trockener Übungen setzt Lumo auf Gamification: Streaks, Level, Fortschrittsbalken. Der Fehler steht nicht im Mittelpunkt, sondern der Fortschritt. Wer sich verbessert, sieht es sofort. Was sich verbessert hat, tritt in den Hintergrund, der Fokus verschiebt sich zur nächsten Herausforderung.

Ein Detail zeigt, wie ernst das Team den eigenen Anspruch nimmt: Der Projektbericht selbst ist legasthenie-freundlich gestaltet, in OpenDyslexia-Schrift, mit klarer Struktur und kurzen Absätzen. Das Geschäftsmodell sieht eine kostenlose Testphase vor, danach gestaffelte Abos. Jennifer hat selbst eine Hörschwäche und weiß, wie teuer und unzureichend Förderangebote sein können. Barrierefreiheit ist bei Lumo kein Feature, sondern die Grundlage. Die App soll zeigen, dass Legasthenie kein Defizit ist, das man reparieren muss, sondern eine andere Art zu lernen.

 

HTBLVA Spengergasse, Wien  | Jennifer Dumitriu, Ayana Akimalieva, Lars Hornig  | Betreuung: Mag. Claudia Martina Gründl