Klarsicht – eine Verbesserung der Kommunikation und Informationsgrafiken im medizinischen Bereich
die Graphische

Mit Kindern reden, nicht über sie
Welche Behandlung kommt als nächstes? Wie zeige ich, dass ich Schmerzen habe? Für Kinder auf der Stammzelltransplantations-Station des St. Anna Kinderspitals bleiben solche Fragen oft unbeantwortet. Stella und Julia entwickelten im Rahmen ihrer Diplomarbeit, betreut von Martin Hochmeister, ein grafisches Kommunikationssystem für junge Patient:innen.
Die Gestaltungsarbeit teilten sie nach persönlichen Stärken auf und stimmten Ergebnisse laufend miteinander ab. Gemeinsam legten sie zunächst Farben, Formen, Typografie und ein Projektlogo fest. Die digitale Umsetzung erfolgte in Adobe Illustrator, InDesign und Photoshop; für die interne Abstimmung nutzten sie Figma. Jedes Element wurde zuerst auf Papier skizziert, dann als physischer Dummy gebaut – um Material, Proportionen und Haptik zu testen.
Das fertige System umfasst mehrere Elemente. Eine Informationsgrafik aus waschbarem Stoff erklärt zu Behandlungsbeginn den Ablauf einer Stammzelltransplantation in Symbolen. Ein Fortschrittkalender, gestaltet als großes Haus mit Garten, begleitet Kinder durch drei Phasen: davor, währenddessen, danach. Mit folierten Piktogrammen, die per Klettverschluss befestigt werden, können sie Gefühle, Nebenwirkungen und ihre Zimmereinrichtung individuell gestalten. Informationskarten erklären Eltern, was welches Symbol bedeutet. Alle Materialien sind waschbar und kliniktauglich.
Das St. Anna Kinderspital hat grundsätzliches Interesse an einer Umsetzung nach Projektabschluss. Bis Ende März 2026 sollen alle Elemente fertiggestellt sein. Damit im Spital nicht mehr über Kinder geredet wird, sondern mit ihnen.
die Graphische, Wien | Stella König, Julia Fabsich | Betreuung: Martin Hochmeister | Kooperation: St. Anna Kinderspital Wien