E-Mobilität in der Milchlogistik – Elektrifizierung der Milchsammelpumpe
HTBLA Ried im Innkreis

Der Strom aus dem Milchtank
Leonhard Hauser und Cedrik Thalbauer, betreut von DI Dr. Martin Baldinger, haben sich der Herausforderung der Firma Reder Transporte angenommen. Das Unternehmen will seine Flotte auf E-LKWs umstellen. Doch der sperrige Milchtankaufbau bietet kaum Platz für Akkus, weshalb in Kooperation mit MAN eine neue Akkuanordnung entwickelt wurde. Noch problematischer: Die Vakuumpumpe und die Ansaugpumpe für die Milch wurden bisher hydraulisch betrieben. Ein System, das nicht nur wartungsintensiv ist, sondern allein für das Umpumpen der Milch erheblich Diesel verbraucht.
Das Team entschied sich gegen einen teuren Komplettumbau. Stattdessen nutzen sie die bestehenden Pumpen weiter und ersetzten lediglich den hydraulischen Antrieb durch einen 4-kW-Elektromotor. Ein eigens entwickelter Flansch verbindet nun die alte Kreiselpumpe mit dem neuen Motor. Die Energie für zwei ABB-Frequenzumrichter stammt direkt aus der Hochvolt-Schnittstelle des MAN eTGS-Fahrgestells. Leonhard übernahm die Konstruktion im CAD und die Auslegung, Cedrik die mechanische Umsetzung und Montage in der Werkstatt. Für den sicheren Betrieb in der Lebensmittelbranche entwickelten sie zudem ein eigenes Hochvolt-Sicherheitskonzept samt Not-Aus-Trennschnittstelle.
Der Lohn der Tüftelei: Der Wirkungsgrad der Pumpen stieg von 60 auf 90 Prozent. Pro Fahrzeug und Jahr spart das rund 7.300 Liter Diesel und damit 20 Tonnen CO₂. Weil die alte Steuerung beibehalten wurde, müssen die Fahrer:innen nicht einmal umgeschult werden. Die Schüler beweisen damit: Manchmal ist die klügste Innovation nicht der völlige Neubau, sondern das intelligente Update.
HTBLA Ried im Innkreis | Leonhard Hauser, Cedrik Thalbauer | Betreuung: DI Dr. Martin Baldinger MBA MSc | Partner: Reder Transporte, MAN, ABB