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Ascenta – Guiding your vision

HTL Braunau

Ascenta – Guiding your vision
Autos fahren autonom, Drohnen weichen Hindernissen aus. Doch Assistenzsysteme für sehbeeinträchtigte Menschen kosten oft über 2.500 Euro, sehen aus wie Medizingeräte und können nicht repariert werden, wenn etwas kaputt geht. Drei Schüler der HTL Braunau wollten das ändern.

Dumb Glasses, Smart Phone

Den Anstoß gab eine persönliche Begegnung: Die Freundin der Großmutter eines Teammitglieds verliert zunehmend ihr Augenlicht. Bei der Recherche fanden Liam Vendel, Fabian Lindlbauer und Manuel Zauner keine Lösung, die bezahlbar und unauffällig zugleich wäre. Betreut von DI Mario Preishuber beschlossen sie, eine eigene zu bauen. Ziel: Materialkosten unter 150 Euro, voll reparierbar, Open Source, und keine Brille, die „nach Medizin aussieht".

Der Schlüssel war eine architektonische Entscheidung. Ursprünglich wollte das Team die gesamte KI auf der Brille selbst laufen lassen, direkt am Arduino Nicla Vision, einem briefmarkengroßen Mikrocontroller mit Kamera. Doch der winzige Arbeitsspeicher von nur einem Megabyte reichte nicht für Objekterkennung und Bluetooth-Übertragung gleichzeitig. Benchmarks zeigten: Die Erkennung auf dem Smartphone ist zehnmal genauer. Die Konsequenz: „Dumb Glasses, Smart Phone". Die Brille nimmt nur auf und sendet, das Handy rechnet. Fabian entwickelte die Firmware in MicroPython und löste das Speicherproblem mit einer „Store-and-Forward"-Architektur: Die Brille puffert das Bild, zerlegt es in 500-Byte-Pakete und schickt es via Bluetooth Low Energy. Liam programmierte die Android-App in Kotlin, die das Bild empfängt, mit TensorFlow Lite analysiert und per Text-to-Speech ausgibt: „Tür links, Stufe voraus." Manuel entwarf das 3D-gedruckte „Closed Frame"-Gehäuse und platzierte die Akkus symmetrisch in beiden Bügeln, damit die Brille nicht einseitig hängt – die Kabel verlaufen unsichtbar durch die Frontpartie.

Das Ergebnis: ein funktionsfähiger Prototyp für rund 120 Euro Materialkosten, etwa 90 Prozent Erkennungsrate für Türen und Personen, zwei bis drei Sekunden Latenz bis zur Sprachausgabe. Alles läuft offline, ohne Cloud, ohne Tracking. Die geplante Consumer-Edition soll rund 800 Euro kosten, ein Drittel des Marktstandards. High-Tech-Inklusion, die sich ihre Zielgruppe leisten kann.

 

HTL Braunau |  Liam Vendel, Fabian Lindlbauer, Manuel Zauner  |  Betreuung: DI Mario Preishuber