Allergen Guard
Theresianum Wien

Der Check vor dem Biss
In Europa haben rund 3,5 Prozent der Bevölkerung eine bestätigte Lebensmittelallergie, Tendenz steigend. Bestehende Apps helfen nur teilweise: Sie scannen entweder Barcodes oder analysieren Zutatenlisten, berücksichtigen selten individuelle Profile und erklären ihre Urteile nicht. Betreut von Prof. Markus Jirman entwickelten Lucas und Teoman, beide in der 7. Klasse, eine iOS-App, die alle drei Säulen zusammenbringt: Barcode-Scan, Foto-Analyse der Zutatenliste und ein persönliches Allergenprofil nach EU-Standard.
Lucas übernahm die technische Gesamtarchitektur und programmierte den gesamten App-Kern in SwiftUI, über 18.000 Zeilen Code. Für die Foto-Analyse der Zutatenlisten integrierte er Google Gemini, ein KI-Modell, das Text erkennt und auch versteckte Bezeichnungen versteht – etwa „Kasein" als Synonym für Milch. Ein entscheidendes Detail: Das Modell neigte anfangs dazu, Allergene zu melden, die gar nicht in der Liste standen, sogenannte False Positives. Erst nach iterativem Feilen an den Prompts und einer harten Regel („Nur markieren, was tatsächlich sichtbar ist") wurde die Erkennung verlässlich. Teoman verantwortete das UI/UX-Design und entwickelte die zentrale Ausgabe: eine Ampel mit drei Zuständen, Sicher, Vorsicht, Gefahr, jeweils mit kurzer Begründung. Spurenhinweise werden konservativ als „Vorsicht" gewertet, lieber einmal zu oft warnen.
In internen Tests erkannte die App bei fünf Produkten acht von acht Allergenen und Spurenhinweisen korrekt, darunter der Corny-Riegel, der den Anstoß gab. Die Gesamtkosten des Projekts: rund 150 Euro, verteilt auf Apple-Developer-Lizenz und KI-API-Tests. Ab Q2 2026 soll eine Beta-Version über TestFlight an Allergie-Communities gehen, Ende 2026 der App-Store-Release. Für Betroffene bedeutet das: ein Check in Sekunden, bevor der Biss zum Verhängnis wird.
Theresianum, Wien | Lucas Lammer, Teoman Can Civici | Betreuung: Prof. Markus Jirman, MA BA