2018/19

Wind Energy Booster

HTL Mödling

Wind Energy Booster

Ein neues Speicherkonzept für Windkraftanlagen soll durch präzise Simulationen getestet, verifiziert und optimiert werden.​​​

Schon praktisch, einen Erfinder als Lehrer zu haben. Ebenso praktisch für diesen Lehrer, wenn er drei patente Schüler hat, die es sich zur Aufgabe machen, die patentierte Erfindung zu testen und zu optimieren. So geschehen an der HTL Mödling, wo der Spieß ausnahmsweise umgedreht wurde: Nicht die Schüler standen auf dem Prüfstand, sondern einer ihrer Profs, besser gesagt dessen Energiespeicher für Windkraftanlagen. Die Idee dahinter ist, die Rotorblätter der Anlagen mit Zusatzmassen auszustatten, die sich während des Betriebs verschieben lassen. Kurzfristig sind dadurch Zusatzleistungen möglich.

Aber funktioniert das denn? Und wie könnte es noch besser funktionieren? Um diese Fragen zu beantworten, haben sich Christian Lurger, Jure Macan und Philipp Schwarz die Entwicklung, Konstruktion und Inbetriebnahme eines Prüfstands vorgenommen. Danach sollten in diversen Experimenten das Verhalten des neuen Rotors und die Funktionsweise des Speicherkonzepts analysiert werden. So fertigten die drei also ein Modell eines dreiflügeligen Rotors an, selbst beflügelt durch jahrelange Freundschaft und Zusammenarbeit, sodass selbst intensive Diskussionen innerhalb des Teams Freude bereiteten.

Ein Prüfgerät für Elektromotoren simulierte die Windkraft, ein anderes den Generator. Die Mechanik des Rotors mit den verschiebbaren Massen wurde theoretisch modelliert, seine Dynamik mit einer Software simuliert. Und dann ging es los: In Windeseile (aber natürlich trotzdem gründlich) wurde sodann ein Versuch nach dem anderen durchgeführt, um zu verifizieren, ob das Konzept der Rotorblätter mit Zusatzmassen die Windkraft wirklich effizienter in Leistung umzusetzen vermag.

Die bisherigen Ergebnisse geben jedenfalls keinen Grund, sich über die Beschwerung zu beschweren. Für eine weiterführende Masterarbeit an der FH Burgenland wurden die Mödlinger schon gebeten, ihre Daten zur Verfügung zu stellen. Gut möglich, dass der „Wind Energy Booster“ auch dem Klimaschutz und der Durchsetzungskraft erneuerbarer Energien einen kräftigen Windstoß versetzt. Der erfinderische Herr Lehrer hat die Prüfung bestanden.

Fotocredit: (c) VOGUS