2019/20

Von der Waschmaschine auf den Teller – Start eines Citizen-Science-Projekts zu Mikroplastik

HTL Mödling

Von der Waschmaschine auf den Teller – Start eines Citizen-Science-Projekts  zu Mikroplastik

Bei peniblen Untersuchungen des Donauwassers kommt ein Team der HTL Mödling zu erschreckenden Ergebnissen. Diese dienen nun auch anderen Schulen als Grundlage zur Erforschung von Plastik in Österreichs Flüssen.​​​

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Traumhaft, so ein spätsommerlicher Sonntagnachmittag an der Alten Donau: Das Wasser plätschert vor sich hin, und bei strahlendem Sonnenschein freuen sich junge Menschen des Lebens in trauter Zweisamkeit. Nun, ganz so romantisch ging es nicht zu am 29. September 2019 von elf bis 21 Uhr in Wien-Floridsdorf: Die zwei jungen Menschen waren Robin Godai und Sarah Harnischfeger. Ausgestattet mit Wasserflaschen, Planktonnetz, Metallkochtopf, Maßband, Trichter und drei Tennisbällen kauten sie nicht verträumt an Grashalmen, sondern nahmen konzentriert Wasser- und Sedimentproben aus der schönen, ehrlich gesagt gar nicht blauen Donau.

Die Tennisbälle? Die fungierten als grelle Bojen, um stets zu sehen, wo die Sammelbehälter im Wasser versenkt sind. Die Forscherin und der Forscher von der HTL Mödling waren in aufklärerischer Mission unterwegs. Ihr Ziel war es, mit dem Irrtum aufzuräumen, Mikroplastik sei nur ein Problem des Ozeans, für das Österreich, wo es schon keinen Meereszugang hat, nix kann. Mikroplastik, das sind Kunststofffasern, die kleiner sind als fünf Millimeter. Dass diese Fasern auch in der Donau Wasser, Sediment und sogar Fischmägen bevölkern, konnten sie mit eingehenden Analysen beweisen. Vor allem bei der Untersuchung der Mägen drehten sich auch die eigenen Mägen ein bisschen um: Nicht Fisch, nicht Fleisch war in diesen friedlichen Tieren zu entdecken, sondern Plankton und Plastik, interessanterweise vor allem synthetische Fasern aus Kleidungsstücken (daher der Projekttitel „Von der Waschmaschine auf den Teller“).

Im Sinne eines so genannten Citizen-Science-Projekts haben Robin Godai und Sarah Harnischfeger ihre Ergebnisse online gestellt, damit andere Schulen an anderen Ufern anderer Flüsse ebenfalls damit arbeiten können. Ganz großes Tennis!

Fotocredit: © aws, BTTR Agency