2018/19

Reproduzierbare Impulsuntersuchungen am Gleisschotter

HTL Saalfelden

Reproduzierbare Impulsuntersuchungen am Gleisschotter

Bestehende Verfahren zur Qualitätsprüfung von Schotterkörpern für Bahngleise werden adaptiert, präzisiert und verbessert.​​​

Eine Eisenbahn fährt auf Schienen, so viel ist bekannt. Aber wer hat sich schon einmal genauer angeschaut, wo eigentlich diese Schienen liegen? Ach ja, richtig: auf einem Bett aus ganz, ganz vielen kleinen Steinchen, in die sogenannte Schwellen eingearbeitet werden, die dann wiederum die Gleise aufnehmen. Wie gut dieser Gleisschotter ist, das wird, ähnlich wie bei der Matura, in jedem Land des deutschsprachigen Raums unterschiedlich geprüft. Bei den ÖBB kommt eine Methode mit dem brutalen Namen Schlagzertrümmerungsversuch zum Einsatz. Durch regelmäßiges Einschlagen auf das Material wird die Überfahrt eines Zuges simuliert – Schottererschütterungsversuch könnte man ihn auch nennen.

Aber ist das die beste Methode? Wäre nicht auch der sogenannte Punktlastversuch eine Option? Stets verbesserungswillig, wandte sich die Bahn an die HTL Saalfelden mit dem Wunsch, es möge dort ein neues Prüfverfahren ausgetüftelt werden. Wie jede gute Bahn fuhr das Team zweigleisig. Aus der Abteilung Tiefbau brachten Jonas Griessner, Fabian Kumer und Bernhard Lederer einen Versuch auf Schiene, um zu prüfen: Wie wirken sich die Schlagzahl, die Schlagenergie und die Art, wie das Material eingebettet ist, auf die Qualität des Gleisschottermaterials aus?

Aus der Mechatronik kamen Christof Haitzmann und Robin Hohensinn hinzu, um eine exakte Methode zur Messung des elastischen und plastischen Setzungsverhaltens zu finden – also wie sich das Schotterbett durch die Veränderungen des Untergrunds absenkt. Ein Programm zur Auswertung aller Messdaten fiel auch in die Verantwortung der Mechatroniker. Am Ende konnten Punktlast wie Schlagzertrümmerung speziell für das Versuchsobjekt Gleisschotter präzisiert werden, optische Messsensoren trugen dazu bei.

Für die HTL Saalfelden war diese Kooperation übrigens eine noch nie dagewesene Fusion: Das neue Gebiet der Geomechatronik ward geboren und erwies sich als unerschütterlich. Marmor, Stein und Eisen bricht (und sagt dabei einiges über die Haltbarkeit eines Gleisschotterbetts aus), aber das Team Geomechatronik nicht! In Zukunft wirft das Projekt für seine schien-ialen Erfinder hoffentlich einiges an Schotter ab.

Fotocredit: (c) VOGUS