2018/19

Potentiostat für eine Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle

HTL Braunau

Potentiostat für eine Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle

Das Team konstruiert Materialien zur Prüfung des bestmöglichen Einsatzes für das umweltfreundliche Ethanol als Energielieferant.​​​

Diese beiden haben Potenzial. Jede Zelle an jeder Stelle. Zumindest kennen sich Selina Spießberger und Hannes Stadler mit den Potenzialen von Zellen hervorragend aus. Besonders die Direkt-Ethanol-Brennstoffzelle hat es ihnen angetan (englisch: „direct ethanol fuel cell“, daher die Abkürzung DEFC). In ihrem Diplomprojekt an der HTL Braunau entwickeln Spießberger und Stadler ein Potentiostat. Das ist ein Messgerät aus mehreren Elektroden, das dazu dient, die Spannung der DEFC zu stabilisieren und in weiterer Folge herauszufinden, wann und wie sie am wirksamsten ist.

Das Popularitätspotenzial der DEFC ist schon einmal enorm. Wie der Name schon sagt, nutzt sie den einfach destillierbaren Alkohol Ethanol als Energielieferant und wandelt dessen chemische Energie in elektrische um. Das macht sie in Handys, Laptops und – jetzt wird’s umweltrelevant –: E-Autos einsetzbar. Noch wird das allerdings kaum gemacht, weil neben der Ökologie ja auch die Ökonomie zählt. Das wirtschaftliche Potenzial der DEFC wird derzeit erst intensiv geprüft, letztlich auch vom Braunauer Projektteam.

Gemeinsam entflammten sie für die Brennstoffmission, deren einzelne Teilaufgaben sie aber klar verteilten: Selina Spießberger widmete sich der Konstruktion und Programmierung des Potentiostats. Die Testbrennstoffzelle konstruierte Hannes Stadler, bevor er damit nach den besten Materialien suchte.

Das fertige Potentiostat besteht aus einem Mikrocontroller und einer Platine, die durch eine Schaltung betrieben wird. Messwerte werden schlussendlich auf einem Rechner ausgegeben. Am meisten Arbeit verursachte die Schaltung, doch irgendwann machte es Klick und auch dieser Aspekt flutschte. Erste Messungen sind durchgeführt, aber der Weg hin zur perfekten ethanolbetankten Welt ist noch weit. Die sieht dann so aus, dass in jedem Haushalt eine DEFC mit der Größe eines Holzofens steht, daneben (oder auch in der Erde vergraben) ein Tank für die Ethanollösung. Adieu, fossile Brennstoffe, würde es dann heißen – potenziell. Die ersten Schritte sind gemacht. Alkohol kann in manchen Fällen ja doch eine gute Lösung sein.

Fotocredit: (c) VOGUS