2019/20

momSupport

Österreichische Schule Shkodra (Albanien)

momSupport

Hilfe für alleinerziehende Mütter in allen Lebenslagen: Zwei Schülerinnen und ein Schüler an der HTL Shkodra erleichtern mit einer umfangreichen Gratis-App den Heldinnen des Alltags die Organisation desselben​​​

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„Mutter“ heißt auf Albanisch „nënë“. Die Tüpfelchen auf den „e“s bleiben zu zweit, immer, egal, was passiert – auch wenn die „nënë“ aus welchen Gründen auch immer partnerlos ist. Alleinerziehende Mütter sind sowieso die unbesungenen Superheldinnen des Alltags, auch in Albanien, nur dass sie dort oft noch weniger besungen werden also anderswo. Geschiedene schaut dort die Gesellschaft immer noch schief an.

Finanzielle Unterstützung erhalten sie im Schnitt eher noch von ihren Eltern als vom Kindsvater. Vollzeit können viele von ihnen nicht arbeiten, ja nicht einmal fürs Kochen haben sie so viel Zeit, wie sie bräuchten. Das ergab eine Umfrage, die Pamela Marku, Alba Pjeshka und Tom Vuksani im Vorfeld ihres neuen Start-ups unter 150 alleinerziehenden Müttern und ihren Angehörigen in Albanien durchgeführt haben. Das langfristige Ziel dieser Umfrage ist, den „Single Moms“ nun unter die Arme zu greifen, und zwar mit einer App für Handy und Tablet.

In „momSupport“ sammelt das an der österreichischen HTL in Shkodra tätige Projektteam alles, was diesen Frauen helfen könnte: Daten zu Kinderärztinnen und -ärzten, Babysitterinnen und -sittern, Kindergärten und gemeinnützigen Organisationen. Vor allem aber: Kontakt zu anderen alleinerziehenden Müttern. Über die App können sie einander ihr Leid klagen, Erfahrungen austauschen und einander motivieren. Letzteres wird auch durch einen täglichen Spruch à la „Du schaffst es!“ ergänzt, den die App generiert.

Nach Auswertung der Umfrage wurden also zunächst die betreffenden Institutionen recherchiert und ein Businessplan erstellt. Dieser sieht vor, schon nach zehn Monaten mehr Einnahmen als Ausgaben zu haben – und das, obwohl die App für die Single-Mütter keinen single Euro kostet. Auch diese Heldinnentat darf gerne mal jemand besingen.

Fotocredit: © aws, BTTR Agency