2018/19

Lunar – Dezentrales Zahlungssystem

HLW Notre Dame Freistadt

Lunar – Dezentrales Zahlungssystem

Nach dem Blockchain-Prinzip sollen Finanztransaktionen in Sekundenschnelle und ohne dazwischengeschaltete Banken ablaufen.​​​

Es könnte das Treatment zu einem Sci-Fi-Film sein. Die Webseite www.lunarproject.org blickt in die Zukunft. Vom Lunar Rail ist da die Rede, was Assoziationen mit einer Eisenbahn zum Mond weckt. Im übertragenen Sinne ist das auch so, nur, dass nicht wir express zum Mond fahren, sondern unser Geld, das von dort dann in Bruchteilen von Sekunden zwischen Sender und Empfänger transferiert wird. Ja, es geht um bargeldlose Zahlung, die in Österreich längst nicht so verbreitet ist wie in Schweden oder Großbritannien. Aber es geht noch um viel mehr: dezentraler Energie-Marktplatz.

Manuel Gründling, Dominik Hitzker und David Lehner entwickeln die Datenstruktur „Lunar Rail“ gemeinsam. Für ihre Algorithmen verwenden sie die Grundbausteine von Blockchains. Das ist das, weswegen digitale Währungen wie Bitcoin funktionieren, womit schon einmal klar ist: Normalsterbliche blocken sofort ab. An der HLW Notre Dame Freistadt haben den drei digitalen Geldjongleuren daher einige Lehrkräfte davon abgeraten, das Thema in ihrer Diplomarbeit anzugehen.

Man stelle sich jedenfalls zwei Rechner vor, einen aufseiten der zahlenden, einen aufseiten der empfangenden Person. Die beiden führen die angewiesene finanzielle Transaktion gemeinsam durch und haben beide ein Auge darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Keinen Fuß in der Tür hat die Bank, die eh immer zu lang dafür braucht, Spesen verrechnet und sich dauerhaft nur für die zentrale Kontrolle über das Weltgeld interessiert. Neben dem eigens entwickelten Konsensus-Algorithmus werden auch sogenannte Mining-Belohnungen vergeben. Was das ist, würde hier den Rahmen sprengen, es hat jedenfalls mit Kohle zu tun – digitaler Kohle versteht sich. Indem die Technologie die Kontrolle übernimmt, wird sie dezentralisiert.

Klingt gruselig, ist es auch, aber langfristig wohl nötig. Und sollte, wenn, dann einem Team überlassen werden, das gewohnt ist, Projekte dieser Art als Open-Source-Projekte durchzuführen, also allen Zugang zu den wichtigsten Entwicklungsprozessen zu geben. Also allen, die was davon verstehen. Alle anderen dürfen ganz einfach hoffen, ihr Geld ein bisschen schneller zu bekommen und loszuwerden als bisher.

Fotocredit: (c) VOGUS