2018/19

EasyVision – Framework zur Bilderkennung und -verarbeitung

HTL Anichstraße Innsbruck

EasyVision – Framework zur Bilderkennung und -verarbeitung

Die Nutzung von Bildverarbeitung steht in Zukunft einfach, zugänglich und kostengünstig auf dem Programm.​​​

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Nicht nur auf Instagram, auch in der modernen Industrie, zunehmend „Industrie 4.0“ genannt. Hier spielt nämlich die Bilderkennung und -verarbeitung eine bedeutende Rolle, sei es bei Produktionsabläufen, Qualitätsprüfungen, in der Robotik oder in der Herstellung von selbststeuernden Fahrzeugen. Bildverarbeitungssysteme brauchen stets Hardware und Software, also Aufnahme- und Ausgabeeinheiten (z. B. Kamera, Bildschirm), Bildspeicher, Geräte und Verfahren zur Informationsverarbeitung (Computer und Programme). Das Problem ist nur: die Anwendung der derzeit verfügbaren Tools ist ohne fundierte Programmierkenntnisse geradezu unmöglich, was sich vor allem auf die Produktion in Klein- und Mittelbetrieben auswirkt, die sich aufwändige Bildverarbeitungssysteme oder Fachkräfte, die in punkto Programmierung im Bilde wären, schlichtweg nicht leisten können.

Diese Problematik gab Alina Schärmer, Simon Senoner und Marcel Steiner von der HTL Anichstraße Anlass dazu, eine Lösung zu finden, die ganz easy ist: es gibt nämlich bereits eine leistungsfähige und kostenfreie Open-Source-Software für Bildverarbeitungssysteme namens OpenCV. Um die Nutzung dieser Software zu vereinfachen, entwickelte das Projektteam ein Framework, ein Art Programmiergerüst, namens „EasyVision“. Anstatt sich mit dem Schreiben komplizierter Codes zu plagen, können Anwenderinnen und Anwender damit gut gerüstet verschiedene Funktionsblöcke kombinieren oder vorgegebene Parameter adaptieren.

Maßgebliche Impulse für diese Vision gab ein an der HTL jährlich stattfindender Robocup-Wettbewerb, bei dem ein Roboterfahrzeug Hindernisse, Tore, Linien und Gegenstände erkennen und durch diese Objekte navigieren muss. Besser und geradezu vorbildlich funktionieren kann das allerdings durch Bildverarbeitung, die im Zuge dieser praxisnahen Anwendung gleich ganz anders begriffen werden kann.

„EasyVision“ bietet somit nicht nur Klein- und Mittelbetrieben neue Chancen. Auch Schulen und andere Institutionen profitieren davon, da sie nun im Bilder verarbeitenden Aus- und Weiterbildung bieten können, ohne auf ein Programmiergenie angewiesen zu sein. Eine schöne Vorstellung, bildschön.

Fotocredit: (c) VOGUS