Kategorie Engineering

2016/17

HeadStat

IT-HTL Ybbs

Team HeadStat

Das Projektteam hat einen Footballhelm entwickelt, der die beim Sport auf den Kopf wirkenden Kräfte misst.

Helmvorteil. Augen auf, Ohren auf, ein neuer Footballhelm ist da. Und der hält tatsächlich die Augen offen; er schaut auf die Menschen, die ihn tragen. Denn American Football ist ein harter Sport, der von Zusammenstößen lebt. Viele Schädeltraumata, aber auch Nackenprobleme kommen bei Profis und Amateurspielerinnen und Amateurspielern erst verspätet zum Vorschein. Die National Football League in den USA (NFL) investiert daher jährlich viel Geld in immer sicherere Helme und andere Schutzmaßnahmen. 

Gregor Widhalm ist Mitglied der niederösterreichischen Footballmannschaft Mostviertel Bastards und beweist Köpfchen, um sein Köpfchen nachhaltig zu schützen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Fußthaler hat er an der IT-HTL Ybbs das System HeadStat entwickelt, das während eines Footballspiels prüfen kann, was in und an den Köpfen der Spielenden vorgeht. Und damit sind nicht die Gedanken gemeint, sondern: physikalische Kräfte. Mit denen hat der prüfende Helm HeadStat schon genug zu tun. 

Das Besondere: Trainerinnen, Trainer und medizinische Fachkräfte können sofort feststellen, ob auf dem Spielfeld ein so intensiver Aufprall passiert ist, dass ein sofortiges Eingreifen erforderlich ist. Ein akkubetriebenes Helmmodul, das aus einem Beschleunigungssensor zentral über dem Kopf, einem Mikrocontroller und einem Bluetooth-Übertragungssensor besteht, schickt Daten an einen Miniserver, der die gemessenen Werte in Echtzeit grafisch aufbereitet. In einer Datenbank gespeichert, lassen sich die Informationen aber auch nach dem Spiel noch als Grundlage für Analysen oder weitere Vorsichtsmaßnahmen heranziehen. 

Hätten die beiden befreundeten Teammitglieder während ihrer Zusammenarbeit den Helm getragen, er hätte keinerlei Kollisionen verzeichnet. Da die Mostviertel Bastards – wie alle in Österreich – eine Amateurmannschaft sind, war entscheidend, dass die Messtechnologie nicht zu viel kostet. Die breite Verfügbarkeit und Lizenzfreiheit von Bluetoothmodulen machte es möglich. So bleiben die Bastards und vielleicht ja bald schon die NFL sicherheitstechnisch am Ball.